Störungen im Erwerb des phonologischen Systems

Hacker (1999) unterscheidet folgende Störungen im Erwerb des phonologischen Systems:

  • Verzögerungen beim Erwerb des phonologischen Systems,
  • ungewöhnliche phonologische Prozesse,
  • unausbalancierte Entwicklung,
  • Lautpräferenz.

Es besteht eine relative Autonomie von Sprachperzeption und Sprachproduktion. Hacker (1999, 35) erläutert dies anhand der Hypothese der doppelten Repräsentation. Phonologische Prozesse sind nach dieser Hypothese in erster Linie auf die jeweiligen Formen der produktionsbestimmenden inneren Repräsentationen zurückzuführen, die vorrangig auf artikulatorische Eigenschaften eigener Sprachproduktionen des Kindes aufbauen.

Bei den ungewöhnlichen phonologischen Prozessen handelt es sich um ideosynkratische Prozesse (Prozesse, die bei jedem Kind anders sein können) oder es persistiert ein auch im normalen Erwerb auftretender Prozess.

Mit unausbalacierter Entwicklung ist ein produktiv wirksames System gemeint, das aus phonologischen Prozessen besteht, die sich in verschiedenen Entwicklungsphasen befinden.

Bei der Lautpräferenz fallen alle Konsonanten einer Lautgruppe (z.B. Plosive) zu einem Laut (z.B. /d/) zusammen.