Hypothese der doppelten Repräsentation
Die Hypothese der doppelten Repräsentation stammt von Dannenbauer / Kotten-Sederqvist(1987).
Sie postuliert, dass zwischen einer perzeptionsleitenden und einer produktionsleitenden Form der inneren Repräsentation zu unterscheiden ist. Repräsentationen sind innere, kodierte Formen sprachlichen Wissens.
Die perzeptionsleitende Form der inneren Repräsentation beruht auf auditiv-perzeptive Eigenschaften der Sprache. Es handelt sich um erwachsenenartige zugrundeliegende Repräsentationen.
Die produktionsleitende Form der inneren Repräsentation baut vorrangig auf artikulatorische Eigenschaften eigener Sprachproduktionen des Kindes auf. Das Kind speichert also individuell-kindliche Repräsentationen.
Beide Repräsentationsformen gleichen sich im Verlauf der kindlichen Sprachentwicklung dadurch an, dass das Kind zunehmend fähig wird zu vergleichen, Hypothesen zu testen, metasprachlich zu reflektieren usw.
Füssenich (1999, 82) zufolge ist diese Hypothese auch für Fragen des Wort- und Bedeutungserwerbs relevant. Clark und Hecht (1983, nach Füssenich 1999, 81) fassen Ergebnisse von Studien zusammen, die zeigen, dass sprachproduktionsleitende und -perzeptionsleitende Aspekte auch unter semantischen Aspekten unterschiedlich repräsentiert sind. So versteht ein Kind z.B. ohne Probleme das Wort "Hund", sagt aber "wau wau." Weitere Beispiele sind Füssenich zufolge die Überdehnung von Wörtern